Arealinszenierung

Der Verein BTS in Etziken ermöglichte, dass regionale, nationale und internationale Künstler über 12 Wochen den Raum der ehemaligen Cellulosefabrik Attisholz Nord entdeckten und diesen anhand dem künstlerischen Konzept, der Geschichte des Ortes der Fabrik, sowie der brachen Gegenwartssituation inszenierten. Die Infrastruktur und das Areal selbst waren die Elemente unserer Inszenierung.

 

Dank den Unterstützern und Helfern konnten die Reisespesen, Kost und Logis sowie Materialien aller Kunstschaffenden in diesem Projekt gedeckt werden. Ebenso organisierte und inszenierte der Verein eine 3-tägige kostenlose Abschlussausstellung.

Die Vision wird Manifest - recording 2.0

Die Entwicklung des Attisholz-Areals ist ein Generationenprojekt mit dem Ziel, bis ins Jahr 2040 einen attraktiven, lebendigen und eigenständigen Ort mit Identität und Historie für die breite Bevölkerung zu schaffen. In Attisholz soll ein neues Gebiet zum Wohnen und Arbeiten, für Gewerbe, Bildung, Forschung, das Leben, Erleben und Geniessen heranwachsen, das den unterschiedlichsten Bedürfnissen gerecht wird.

Diese Vision entspricht dem gemeinsamen Willen der Gemeinde Riedholz, des Kantons Solothurn und von Halter. Ein Wille, der seit der Verabschiedung des räumlichen Teilleitbildes «Attisholz 2030» durch die Gemeindeversammlung im Dezember 2017 verankert und durch die Unterzeichnung der Absichtserklärung durch Gemeinde, Kanton und Halter im April 2018 bekräftigt wurde.

Die Umsetzung der Vision wurde jedoch nicht nur auf Papier, sondern auch auf dem Areal vorangetrieben. Ein wichtiger Meilenstein stellt dabei die erste Teileröffnung des Areals im August 2018 dar. Das Herzstück des neuen, öffentlich zugänglichen Bereichs besteht aus einer Arena, die sich als vermeintlich überdimensionierte Treppe stimmig und gleichzeitig imposant in das Areal einbettet. Nebst den bestehenden Industriebauten bilden einerseits der neue Boulevard im Osten und andererseits der Spielplatz im Westen den Rahmen für die zentrale Arena. Sowohl Arena, Boulevard als auch Spielplatz fügen sich nahtlos in die bestehenden Baukörper ein und zollen trotz neuer Nutzung Tribut an die Historie des Attisholz-Areals.

Seit Beginn des Projektes steht fest, dass ausgewählte Bauten der ehemaligen Zellulosefabrik gewahrt werden sollen, um das Areal mit einer eigenständigen Identität und Historie zu positionieren. Die industrielle Vergangenheit gehört zu dieser Identität genauso wie die kulturellen und künstlerischen Aktivitäten, die sich während der Zwischennutzung in den jüngsten Jahren formiert haben. Dies wird jedem Besucher nur schon klar, wenn er beim Betreten des Areals die omnipräsente, atemberaubende Kombination von industriellen Gebäudedimensionen und flächendeckenden Graffitis erblickt.

Es lässt sich deshalb mit Freude feststellen, dass neben den organisatorischen und baulichen Fortschritten die Integrität des Wandels schon heute auch auf kultureller Ebene bemerkbar wird. Ein Beispiel dafür ist der Umzug des Vereins Beneath the Surface (BTS) vom ehemaligen Portierhaus am östlichen Eingang des Areals in die neue Galerie im angrenzenden Gebäude. Durch die Verlagerung erhält BTS mehr Platz zur Entfaltung und Erfüllung seines Zwecks – die Förderung von Kunst und Kultur im öffentlichen Raum – und bewegt sich gleichzeitig auch symbolisch in Richtung Zentrum des Geschehens auf dem Areal.

Als weiteres Beispiel dient das Engagement von Ueli Wüthrich, Mitgründer und Vorstandsmitglied der für die Solothurner Kultur- und Gastronomieförderung bedeutenden Genossenschaft Baseltor. Früher unter anderem im erfolgreichen Gastrobetrieb Solheure tätig, ist er nun für das Konzept des Café Restaurants «Kantine 1881» am Boulevard des Attisholz-Areals verantwortlich.

Das Zusammenspiel der Akteure von Kanton, Gemeinde, Kultur, Gastronomie und Entwicklerin ist Sinnbild dafür, dass sich die Neugestaltung in die richtige Richtung bewegt und den bisherigen Erwartungen gerecht wird. Umso grösser ist der Eifer, die nächsten Meilensteine des Projekts so bald wie möglich zu erreichen. Als solcher steht für das Jahr 2019 die weitere Öffnung des Areals von Spielplatz und Boulevard hin zur Aare fest. Mit der Bespielung der Kiesofenhalle wird zudem  für saisonale Nutzer und temporäre Veranstaltungen ein in der Region einzigartiges postindustrielles Ambiente geboten.

Parallel dazu wird die Nutzungsplanung erarbeitet, welche nach Genehmigung die raumplanerische Voraussetzung für die spezifischen Projektplanungen bildet. Mit diesem Schritt wird die Arealtransformation baurechtlich legitimiert und die angestrebte Lebensraumentwicklung ermöglicht.

Halter ist für das grosse Vertrauen aller Anspruchsgruppen gegenüber dem Entwicklungsprojekt dankbar. Ein derart starker Zusammenhalt ist keine Selbstverständlichkeit und für die Zukunft des Attisholz-Areals von unschätzbarem Wert. Dies gilt gleichermassen für die vorliegende Publikation, welche die unermüdliche Kulturarbeit des Vereins BTS zum Ausdruck bringt und einen wichtigen Teil dazu beiträgt, die Vision des lebendigen Attisholz-Areals manifest werden zu lassen.

Spray n'Rap 2017

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